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Warum vollziehen die Mormonen Taufen für die Toten?

Offizielle Antwort

Obwohl Jesus ohne Sünde war, ließ auch er sich taufen, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen und allen Menschen den Weg zu zeigen (siehe Matthäus 3:13-17; 2 Nephi 31:5-12). Somit ist die Taufe erforderlich, damit man im Reich Gottes errettet werden kann. Aus dem Neuen Testament geht hervor, dass es auch zur Zeit des Apostels Paulus Taufen für Verstorbene gab (siehe 1 Korinther 15:29). Dieser Brauch wurde mit der Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wiederhergestellt. Der Prophet Joseph Smith sprach zum ersten Mal im August 1840 bei einer Trauerrede über die Taufe für Verstorbene. Er las einiges aus 1 Korinther 15 vor, darunter Vers 29, und verkündete, der Herr gestatte den Mitgliedern der Kirche, sich für verstorbene Freunde und Angehörige taufen zu lassen. Er erklärte ihnen, „der Plan der Erlösung sei dazu aufgestellt worden, um all jene zu erretten, die willens sind, den Forderungen des Gesetzes Gottes Folge zu leisten“ (Journal History of the Church, 15. August 1840).

Da nicht jeder Mensch in diesem Leben die Gelegenheit hatte, mit der richtigen Vollmacht getauft zu werden, können stellvertretend Taufen vollzogen werden, was bedeutet, dass sich ein Mensch, der jetzt lebt, im Namen eines Verstorbenen taufen lassen kann. Taufen für Verstorbene werden von Mitgliedern der Kirche in Tempeln in aller Welt vollzogen. Gelegentlich fragen sich die Leute, ob die sterblichen Überreste der Verstorbenen dafür irgendwie gestört oder berührt werden. Das ist nicht der Fall. Der Stellvertreter verwendet lediglich den Namen des Verstorbenen. Damit die Taufen nicht doppelt vollzogen werden, führt die Kirche Bericht über die Verstorbenen, die getauft worden sind. Einige meinen fälschlicherweise, dass die Namen der Verstorbenen ins Mitgliederverzeichnis der Kirche aufgenommen werden, wenn die Taufe für sie vollzogen worden ist. Dies ist nicht der Fall.

  • Taufen für Verstorbene sind keine neuzeitliche Erfindung (siehe 1 Korinther 15:29). Diese Lehre habe ich sehr liebgewonnen, da mein Vater gestorben war, bevor ich die Gelegenheit hatte, ihn kennenzulernen, und bevor er die Gelegenheit hatte, die Kirche Jesu Christi kennenzulernen. Wir glauben daran, dass die Taufe durch Untertauchen ein obligatorischer Schritt für jedermann ist, doch da so viele Menschen gestorben sind, ohne diese Gelegenheit gehabt zu haben, führen wir Taufen für Verstorbene durch. Es steht ihnen dann frei, diese Handlung anzunehmen oder abzulehnen. Diese Lehre verschafft meiner Familie Hoffnung, doch nicht nur meiner Familie, sondern jedem, der gestorben ist, ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, dieses Gebot zu befolgen. Gott wäre nicht gerecht, wenn er irgendjemand davon abhalten würde, seine Gebote zu befolgen; das würde nicht den geringsten Sinn ergeben. Mehr anzeigen

  • Da wir an die Wiederherstellung einer verloren gegangenen Vollmacht glauben, glauben wir auch daran, dass es viele gibt, die dieses Werk und die angebotenen Verordnungen angenommen hätten, wenn sie in einer Zeit oder an einem Ort gelebt hätten, wo es vorhanden gewesen wäre, oder wenn ihre Umstände anders gewesen wären – wir glauben tatsächlich, dass viele, die verstorben sind und jetzt in einer Geisterwelt leben, von diesem wiederhergestellten Evangelium gehört und es angenommen haben. Da die Taufe jedoch eine heilige Handlung ist, die einen lebenden Körper erfordert, können diese und andere heilige Handlungen von lebenden Stellvertretern anstelle und zugunsten der Verstorbenen vollzogen werden. Diese Handlung verpflichtet niemanden, der verstorben ist, zu irgendetwas. Sie wird nur dann für sie wirksam, falls sie sich entscheiden, sie anzunehmen. Es ist eine Möglichkeit, von einer heiligen Handlung zu profitieren, die sie selbst nicht mehr vornehmen können. Jesus machte die Notwendigkeit der Taufe deutlich, und wir möchten diesen Vorzug an so viele wie möglich weitergeben, wobei wir eine besondere Verantwortung unseren eigenen verstorbenen Angehörigen gegenüber sehen. Mehr anzeigen

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